Jatrophaöl

nachhaltige Brückentechnologie als Teil der Mobilitätswende

TECHNIK


Eine annähernd CO2-neutrale Brückentechnologie basierend auf nachwachsenden Rohstoffen, die bestehende Technologien nutzt, kann das  Szenario des globalen Klimawandels ohne massive, langfristige Investitionen zeitnah verhindern. Pflanzenöle eignen sich aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Ähnlichkeit mit fossilem Erdöl besonders als Brückenkraftstoff, da sie sich mit überschaubarem Aufwand in die bestehenden Infrastrukturen integrieren lassen. Besonders das Öl der mehrjährigen Pflanze Jatropha curcas Linn. (im weiteren „JCL“ genannt) bietet hier einen realisierbaren Lösungsansatz. Kraftstoffseitig wird der Qualitätsstandard für Pflanzenöle zum Einsatz in Dieselmotoren durch die DIN 51623 beschrieben. Durch unkomplizierte technische Anpassungen ist ein Betrieb von Dieselmotoren mit Pflanzenölen möglich. Umrüster bieten bereits heute marktreife Lösungen, von der Anpassung der Motorsteuerung über den Einbau angepasster Motorteile an.
 
ÖKONOMIE  


Pflanzenöle eignen sich besonders für die sogenannte „drop-in“ Lösung. So können Pflanzenöle direkt oder mit nur geringen technischen Anpassungen zum Betrieb von Dieselmotoren genutzt werden. Als mehrjährige Pflanze bietet JCL der zweiten Generation (Jatropha 2.0) zusätzlich den Vorteil, in der pflanzlichen Biomasse atmosphärisches CO2 für bis zu 30 Jahre zu binden. Dies ermöglicht die Generierung von zusätzlichen Einnahmen durch die Teilnahme am CO2-Zertifikatehandel, was vor allem in der Phase der Etablierung von Anbauflächen für finanzielle Entspannung sorgen kann. JCL-Pflanzen fixieren in den ersten Jahren bis zu 80 Tonnen CO2 pro Hektar und binden dieses für einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Bei voller Nutzung der 2 Mrd. Hektar degradierter Böden weltweit wird das Potential von  JCL und anderen Pionierpflanzen mit hohem Ölgehalt deutlich. Die hydrothermale Karbonisierung des vegetativen Pflanzenmaterials erhöht zudem das Treibhausgasminderungspotential zusätzlich, was die Einnahmen weiter steigern kann.  Bei 2 Mrd. Hektar sind theoretisch 160 Mrd. t CO2 für 30 Jahre gebunden!
   
Aus volkswirtschaftlicher Sicht bieten Pflanzenölkraftstoffe zudem den Vorteil der Generierung lokaler Finanzkreisläufe in den Anbauländern und einer Verringerung der Abhängigkeit gegenüber Importen von fossilen Energieträgern. Dies ist vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, die ebenfalls dem globalen Rohölpreis und dessen Schwankungen unterlegen sind, interessant.  Wirtschaftlich und politisch motivierte Migration wird zudem eingedämmt, indem Lebensgrundlagen durch das Entstehen von Arbeitsplätzen geschaffen und so die negative Prognose von Schwellen- und Entwicklungsländern gestoppt und sogar umgekehrt werden kann.  
 

Des Weiteren ergeben sich durch den Jatropha-Anbau zusätzliche (Neben-)Produkte, die die lokale,regionale oder nationale Wertschöpfungskette des jeweiligen Anbaugebietes zu vervollständigen helfen und somit zusätzlich zur Nachhaltigkeit nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip beitragen.
 
ÖKOLOGIE 


Pflanzenölkraftstoffe bieten nicht nur den Vorteil der Reduktion des CO2-Ausstoßes durch ihre Nutzung, auch in puncto direkte Emissionen bieten Pflanzenöle Vorteile. So entstehen bei der Verbrennung von Pflanzenölen deutlich weniger Rußpartikel und Schwefel- und Schwermetallemissionen. Bei der Kraftstoffnutzung von JCL wird im Vergleich zur Nutzung von fossilem Diesel tank-to-wheel über 60% weniger CO2 freigesetzt; bei Betrachtung cradle-to-grave bewegt sich dieser Wert nahezu gen 100%. Außerdem sind Pflanzenöle biologisch abbaubar (Wassergefährdungsklasse 0) und lassen sich damit auch in ökologisch sensiblen Bereichen einsetzen.  JCL steht nicht in Konkurrenz zu Futter- oder Nahrungspflanzen; ganz im Gegenteil:  Der Anbau regeneriert durch Monokulturen ausgelaugte Böden, die später wieder für den Anbau von Nahrungspflanzen genutzt werden können. Zudem entstehen im Anbau und der Verarbeitung kaum Abfallprodukte, sodass die Kultivierung und Nutzung von JCL auch kritischen Vertretern konkurrierender Denkansätze annähernd keine Angriffsflächen bieten.

SOZIALE UND ÖKONOMISCHE ASPEKTE

  • Aufbau neuer lokaler Wirtschaftszweige

  • politische Stabilisierung von Anbauregionen

  • Schaffung von Arbeitsplätzen im Anbaugebiet

  • Minderung von Migrationsgründen

  • Verringerung der Abhängigkeit von OPEC Ländern

  • Positive Bilanz im CO2-Zertifikatehandel

  • Subvention in der Anlaufphase durch Entwicklungshilfe-Fonds möglich

  • Kostenminimierung durch Beibehaltung vorhandener Infrastrukturen

  • Überschaubare Zeitleiste Anbau – Ernte – Handel

  • langfristige Verringerung von Entwicklungshilfebedarfen

  • Unabhängigkeit von Erdölpreisschwankungen oder anderen Energiepreisen

ÖKOLOGISCHE ASPEKTE

  • Bildung von CO2-Senken im Anbaugebiet von Jatropha

  • O2-Produktion beim Anbau von Jatropha

  • Verminderte CO2- (und NOx) Emission im Betrieb von Verbrennungsmotoren

  • verringerter Feinstaubausstoß

  • keine Wassergefährdung im Umschlagbetrieb von Jatrophaöl

  • geringer Energiebedarf bei der Produktion von Jatrophaöl

  • Regenerierung verarmter Böden (weltweit in Summe 2 Mrd ha!)

  • minimaler Einsatz von Pestiziden

  • i.d.R. keine Bewässerung notwendig

  • Presskuchen für Biogasproduktion geeignet

  • Erhöhung der Biodiversität

  • keine umweltgefährdenden Abfälle

  • hohe Handbarkeitssicherheit bzgl. Feuerschutz

  • autarker Anlagenbetrieb auf Basis der eigenen Kraftstoffproduktion

  • klimapositive Ökobilanz in Bezug auf die vollständige Wertschöpfungskette

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