
efuels, ReFuels - HVO: Was ist was?
In der öffentlichen Diskussion ist oft die Rede von eFuels. Dabei wird allerdings oft unterschlagen, dass fortschrittliche, non-fossile Kraftstoffe viele Gesichter haben. Ihre gemeinsame Überschrift lautet korrekt XtL - (X to Liquid = übersetzt also "was auch immer" zu Flüssigkeit). Auch RFNBO (renewable fuels of non-biological origin) ist eine gängige Bezeichnung, sofern es sich nicht um Kraftstoffe aus pflanzichlicher Anbaumasse handelt.


Die Grafik zeigt vereinfacht, in welche Gruppen alternative Kraftstoffe unterteil werden können. Hierbei hat GtL (Gas to Liquid) eine Sonderposition, da es kein CO2-Minderungspotential mit sich bringt, aber wie HVO der Norm für paraffinische Dieselkraftstoffe EN15940 entspricht. GtL wurde hauptsächlich der Vergangenheit zum Blenden von fossilem Diesel benutzt, um sog. Premium-Diesel für den Verkauf anbieten zu können. Diese Beimischung lag i.d.R. bei ca. 26%, um weiterhin die Norm EN590 für Dieselkraftstoffe erfüllen zu können. GtL verfügt zwar über lokal bessere Emissionswerte, aber fällt hier aufgrund der fossilen Herkunft im Weiteren aus der Betrachtung.
Abgesehen von GtL können alle hier beschriebenen und non-fossilen Kraftstoffe auch als ReFuels (Renewable Fuels; Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen) bezeichnet werden.
Der aktuell am weitesten verbreitete Kraftstoff mit CO2-Minderungspotential ist HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil; hydriertes Pflanzenöl). "Pflanzenöl" ist hierbei kein Produkt aus Anbaumasse, wie z.B. Rapsöl. Vielmehr handelt es sich bei dem Rohstoff für HVO100 in erster Linie um sog. UCOs (used cooking oils; Altfette aus der Lebensmittelindustrie), sowie Tallöle aus der Holzwirtschaft und andere, biobasierte Abfallstoffe.
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Laut der Norm EN15940 ist zwar eine bis zu 7%ige Beimischung von Biodiesel gesetzlich zulässig, jedoch ist der Reinkraftstoff die bessere und weitverbreitete Wahl.
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Hier einige Vorteile von HVO100 kompakt:
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Verringerung der CO2-Emissionen um bis zu 90%
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Erheblich reduzierte Neigung zur Versottung von DPF und AGR; auch bei Stop&Go- oder Kurzstreckenbetrieb
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Verringerter AdBlue-Verbrauch; je nach motorischem Konzept ca. 1/4 bis 1/3
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Deutlich längere Lagerfähigkeit, da keine Biodiesel-Beimischung (HVO100 ist ein 100%iger Reinkraftstoff)
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Kein Umstellung von Winter-/Sommer-Diesel durch deutlich niedrigeren CFPP und ganzjährige Nutzungsmöglichkeit
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Herstellerfreigaben von annähernd allen bekannten Fahrzeug- und Motorenherstellern liegt vor
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Annähernd geruch- und rußfreie Abgase im Betrieb; auch der Kraftstoff ist wasserklar und ebenfalls annähernd geruchsfrei
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Eine häufig gestellte Frage im Zusammenhang mit HVO100 ist, woher bei flächendeckender Skalierung die benötigten Rohstoffe kommen sollen. ​Neben den bereits erwähnten UCOs kommen hier bereits heute Tallöle aus der Holzwirtschaft sowie andere Fettabfälle biologischer Herkunft infrage.
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In Zukunft ist die Verwendung von Anbaupflanzen, wie Jatropha Curcas sicher der gangbarste Weg. Hierbei kommen jedoch keine Agrarflächen zum Einsatz, sondern sog. degradierte Böden, wie Steppenlandschaften, etc., die nicht zum Pflanzenanbau taugen, aber durch Ölpflanzenanbau wieder zu Ackerland werden können.
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Langfristig werden sicherlich sog. PtLe (Power to Liquid) Kraftstoffe aus Regionen mit günstigem Wind- und Solarstrom für die globale Skalierung sorgen. Für ihre Produktion wird lediglich Wasserstoff, CO2 und Strom für den Einsatz in Elektrolyseuren benötigt. Aufgrund des hohen Strombedarfs dürften daher sonnen- und windreiche Regionen wie NAFTA infrage kommen, wo die kWh Strom für wenige Cent erzeugt werden kann. Einige Projekte dazu sind im Entstehen, jedoch fehlt in der EU aktuell die Rechtssicherheit für Ihren Hochlauf.
Dennoch bieten Sie die Möglichkeit, existierende Infrastrukturen zu nutzen und zudem im flüssigen Zustand ca. 2.6 kg CO2 / kg Kraftstoff zu binden. Somit sind sie nicht nur leicht speicherbare Energiequelle, sondern auch Defossilisierungsoption. PtLe sind die einzigen synthetischen Kraftstoffe, die als eFuel bezeichnet werden können. Sie sind in jeder Sorte produzierbar, d.h. als Kerosin (SAF; Sustainable Air Fuel), Benzin und Diesel.
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